Vom Verwaltungsfachangestellten zum Klimaschutzmanager, von der IT bis zur Windkrafttechnik: Bei der SchülerInnenZukunftsKonferenz am Wilhelm-Normann-Berufskolleg in Herford erlebten Jugendliche am 15. Oktober 2026, wie vielfältig die beruflichen Chancen im Klimaschutz sind. Live-Schaltungen in die Antarktis, nach Borkum und zum Windenergieanlagenhersteller ENERCON nach Lichtenau machten globale Herausforderungen und konkrete Zukunftslösungen erlebbar.
Wie sieht Klimaschutz in der Praxis aus? Welche beruflichen Möglichkeiten bietet die Energiewende? Und wie können junge Menschen trotz Klimakrise mit Zuversicht in ihre Zukunft blicken? Diesen Fragen gingen die Schüler bei der SchülerInnenZukunftsKonferenz am Wilhelm-Normann-Berufskolleg in Herford nach.
In den Hauptrollen standen die neun Schülermoderatorinnen Alwine, Anna, Charlotte, Daminika, Jennifer, Katharina, Kira, Mia und Sinit. Sie führten durch das Programm, interviewten Expert aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung und brachten die Fragen und Perspektiven ihrer Generation ein. Auch hinter den Kulissen waren Schüler aktiv: Anastasia übernahm die fotografische Dokumentation, Liza unterstützte die Videoproduktion.
Damit wurde die Konferenz selbst zum Lernort für Zukunftskompetenzen: Moderation, Medienarbeit, Teamwork und eigenverantwortliches Handeln. Ein zentraler Gedanke des Kongressformats: Schüler sind nicht nur Publikum, sondern gestalten die Veranstaltung selbst.
Klimaschutzmanagement: Ein Beruf mit Zukunft
Dass der Weg in einen Klimaberuf nicht immer geradlinig verlaufen muss, zeigte Michael Neufeld, Klimaschutzmanager des Kreises Herford. Nach seinem Fachabitur absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten und studierte anschließend Landschaftsentwicklung. Heute verbindet er beide Qualifikationen in seiner Arbeit für den kommunalen Klimaschutz.
Zu seinen Aufgaben gehört die Umsetzung des Klimaschutzkonzepts des Kreises Herford. Dieses umfasst acht Handlungsfelder und verfolgt das Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2045. Rund 23.500 Photovoltaikanlagen im Kreis verdeutlichen, welche Bedeutung erneuerbare Energien bereits heute haben.
Neufeld warb dafür, stärker auf die Chancen der Transformation zu schauen: „Es wird oft auf die Probleme geguckt, die entstehen könnten, wenn wir etwas bewegen – statt auf die Vorteile.“
Green Jobs: Windenergie braucht weit mehr als Techniker
Wie breit das Berufsspektrum der Energiewende inzwischen ist, wurde bei einer Live-Schaltung in das ENERCON-Schulungszentrum in Lichtenau deutlich.
Christian Tegethoff, Ausbilder für Servicetechniker bei ENERCON, erläuterte, dass moderne Windenergieanlagen Fachkräfte unterschiedlichster Qualifikationen benötigen – von Elektrotechnik und Mechanik über Logistik bis zur IT.
„Die Windenergieanlage braucht im Prinzip alle Fachbereiche, die es so gibt“, erklärte Tegethoff.
Mit weltweit mehr als 13.000 Beschäftigten und über 33.660 installierten Windenergieanlagen steht ENERCON beispielhaft für die wirtschaftliche Bedeutung der erneuerbaren Energien. Auch künstliche Intelligenz spielt eine zunehmende Rolle, etwa bei der Auswertung von Sensordaten und in der technischen Ausbildung.
Für die Jugendlichen wurde deutlich: Green Jobs bieten nicht nur in klassischen technischen Ausbildungsberufen, sondern auch für Quereinsteiger interessante Perspektiven.
Zukunftseuphorie statt Zukunftsangst
Einen weiteren Schwerpunkt setzte Prof. Dr. Stefan Selke mit seinem Plädoyer für mehr Zukunftszuversicht.
Rund zwei Drittel der jungen Menschen blicken nach seiner Darstellung eher resigniert in die Zukunft. Umso wichtiger sei es, ihnen nicht ausschließlich Krisen und Probleme aufzuzeigen, sondern Wissen, Handlungskompetenz und Begeisterung zu vermitteln.
Seine zentrale Botschaft: „Wissen und Kompetenz – und Begeisterung.“
Die SchülerInnenZukunftsKonferenz griff diesen Gedanken auf und zeigte, wie aus wissenschaftlichen Erkenntnissen, konkreten Klimaschutzmaßnahmen und beruflichen Möglichkeiten neue Perspektiven entstehen können.
Gemeinsam Zukunftsperspektiven schaffen
Ermöglicht wurde die SchülerInnenZukunftsKonferenz durch die Stiftung Westfalen-Initiative als Hauptförderer und den Kreis Herford als Co-Förderer.
Ein besonderer Dank gilt Christoph Dammermann von der Stiftung Westfalen-Initiative, Schulleiter Bernd Koch, dem Kollegium des Wilhelm-Normann-Berufskollegs sowie allen beteiligten Schüler und den mitwirkenden Fachleuten.
Die Veranstaltung machte deutlich: Klimaschutz bedeutet nicht nur die Bewältigung ökologischer Herausforderungen, sondern eröffnet zugleich vielfältige berufliche Chancen. Wer Jugendlichen diese Möglichkeiten konkret und authentisch vermittelt, kann aus Zukunftssorgen neue Gestaltungslust entstehen lassen.
Die Schüler-ModeratorInnen
Bürgermeisterin Anke Theisen, Geschäftsführer der Stiftung Westfalen Initiative Christoph Dammermann und Christian Tegethoff von Enercon live aus dem Windrad




