Beim ersten OWL „StartUp Your Life“-Gipfel übernehmen Schüler alle Rollen – von Moderation und Film bis zum Startup-Pitch vor namhaften Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Gründerszene.

Herford, 2. Juli 2026. Welche „Zukunftsskills“ brauchen Jugendliche heute? Die Antwort gaben Jugendliche selbst – beim ersten OWL „StartUp Your Life“-Gipfel im ausgebuchten Forum des Marta Herford vor Schülern berufsorientierender Jahrgänge unterschiedlicher Schulformen. Sie moderierten das Programm, führten Interviews, filmten, berichteten – und präsentierten eigene Startup-Ideen live auf der Bühne. Impulse kamen von prominenten Gästen aus Wirtschaft, Sport, Musik und Politik, darunter Unternehmer Oliver Flaskämper, Extremschwimmer André Wiersig und Musiker Montez. Entwickelt hatten das Programm Lehrer Tim Vormfenne vom Städtischen Gymnasium Löhne und Markus Tenkhoff von der begleitenden Agentur Get People. Hauptförderin und Wegbereiterin war die Stiftung Westfalen-Initiative für Eigenverantwortung und Gemeinwohl.

Schülerteams pitchen vor Wirtschaftsjury

Zehn Schülerteams stellten ihre Ideen in kurzen Elevator-Pitches vor Publikum und einer Jury aus der regionalen Wirtschaft und Gründerszene vor: Oliver Flaskämper (Vorstand Priority AG, Serial Entrepreneur, u.a. Gründer von bitcoin.de), Charlotte Otte (Geschäftsführerin/Unternehmensnachfolgerin 4. Gen., Obsthof Otte), Jan Hüttner (Geschäftsführer Interkommunale Wirtschaftsförderung im Kreis Herford) und Thomas Lang (Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht & Notar, RÖDL). So kamen Jugendliche ins Gespräch mit Unternehmerinnen und Unternehmern, Gründerinnen und Gründern sowie Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Bildung, Sport, Politik, Musik und Künstlicher Intelligenz. Auch beide Kammern waren vertreten mit Peter Eul, Präsident der Handwerkskammer OWL und mit IHK OWL Geschäftsführer Götz Dörmann (Bereiche International, Handel + Dienstleistung, Verkehr und Planung sowie Existenzgründung).      Der ebenfalls von der Stiftung Westfalen-Initiative gesponsorte Preis ging mit dem ersten Platz an „moduCare“ (Leonie, Ben & Charlotte) mit einem System zur Unterstützung feinmotorisch eingeschränkter Menschen, Platz 2 ging an „NiceCatch“ (Sophie & Lisa), eine App zur Verabredung für „Gassi-Dates“, und Platz 3 ging an „RePluma“ (Clara), ein System zur Aufarbeitung und Reinigung von Gewässern durch recycelte Federbälle.

Eigenverantwortung als Zukunftskompetenz

„Die Bereitschaft zu Eigenverantwortung ist und bleibt die wichtigste Zukunftskompetenz für uns alle. Eigenverantwortung ist der Grundstein für alles, was dann kommt: nicht abzuwarten, bis ein anderer macht, sondern sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Die Jugendlichen, die diesen Tag hier gestaltet haben, führen das sehr deutlich vor“, sagte Christoph Dammermann, Geschäftsführer der Stiftung Westfalen-Initiative für Eigenverantwortung und Gemeinwohl.

Internationale Perspektiven und „Future Skills“

Zu den Programmpunkten gehörten neben den Schüler-Pitches auch Real-Talk-Interviews, Impulse zu Künstlicher Intelligenz und Unternehmertum sowie internationale Zuschaltungen. Nina Schweitzer vom gemeinnützigen Business-Ideenwettbewerb STARTUP TEENS, die mit der Stiftung Westfalen-Initiative die „STARTUP TEENS Westfalen-Challenge“ betreiben, stellte den Jugendlichen niedrigschwellige Möglichkeiten zum Erlernen zentraler Zukunftskompetenzen vor. Zwei der Gewinner der regionalen Challenge aus dem Jahre 2025, Jona Grothus und Lukas Kaminski (mit ihrem Schüler-Startup QueueGo), gaben Einblick ins Gründertum und beschrieben, welche persönliche Entwicklung sie im Gründungsprozess machen durften. Patrick Kludt von Nature Post berichtete live aus Kuala Lumpur, wie aus einer Idee ein internationales Social Startup entstehen kann. Cassandra Brüggemann und Justin Hourn wurden aus Shanghai zugeschaltet und gaben Einblicke in Bildung, Generation Z und Zukunftsperspektiven im internationalen Vergleich. Extremschwimmer André Wiersig betonte die Bedeutung von Durchhaltevermögen und Musiker Montez gab den Jugendlichen per Video-Reportage mit auf den Weg: „Glaubt an euch!“.

Im Zentrum standen bei allen Impulsen sogenannte „Future Skills“: Eigeninitiative, Selbstvertrauen, Problemlösungskompetenz, Lernbereitschaft, Medienkompetenz und kritisches Denken. Diese Fähigkeiten wurden beim Gipfel nicht nur benannt, sondern praktisch eingeübt. Schülerinnen und Schüler konnten erleben, wie aus einer Idee ein Projekt wird, wie man vor Publikum überzeugt und wie wichtig Zusammenarbeit, Mut und Durchhaltevermögen sind.

Als Veranstaltungsort bot das Marta Herford einen besonderen Rahmen: Das Kultur- und Kreativzentrum steht für Innovation, Gestaltung und neue Perspektiven – und wurde für einen Vormittag zur Bühne für junge Ideen aus OWL.

 

 

 

 

 

Foto (Stiftung Westfalen-Initiative für Eigenverantwortung und Gemeinwohl): (v. r.) Die Jurymitglieder Thomas Lanh, Charlotte Otte, Oliver Flaskämper und Jan Hüttner mit den Schüler-Pitch-Teams. Platz 1 „moduCare“ (Leonie, Ben & Charlotte), Platz 2 „NiceCatch“ (Sophie & Lisa) und Platz 3 „RePluma“ (Clara).